Vom Zahnwurm zur Zahnschiene: Ist auch in Deinen Zähnen der Wurm drin?

Jahrtausende lang gab es die Theorie, dass Zahnwürmer für Löcher verantwortlich sind. Einige Ärzte fanden sogar große
Würmer im Mund ihrer Patienten, jedoch…

 

 

… waren sie wohl selbst für diesen Mythos verantwortlich.  So versteckten einige Scharlatane
beispielsweise Regenwürmer in Speisen, die der Schmerzgeplagte zur angeblichen
„Betäubung“ lutschen sollte. Im Anschluss entfernten sie den hervorgetretenen
Wurm aus dem Mund unter dem Beifall der staunenden Zuschauermenge. Doch das war
bei weitem nicht der einzige Irrglaube in der Geschichte der Zahnmedizin und Zahnkorrektur:

 

 

 

 

Die absurdesten Ideen der Zahnmedizin

 

 

1) Eiter als Wurm-Exkremente

 

 

Auch der berühmte Wundarzt Jan Yperman erklärte die bei kranken Zähnen gelegentlich
auftretende Eiterbildung mit der Bewegung von Würmern. Andere Ärzte sahen die Eiterbildung
eher als Exkremente der Würmer an. Heute ist natürlich bekannt, dass es nie
Zahnwürmer gab. Für die Löcher ist, wie jeder weiß, Karies verantwortlich.

 

 

2) Mit dem Holzhammer gegen Karies

 

 

Die ersten Jahrhunderte der Zahnmedizin sind aus heutiger Sicht gar nicht mal so
rückständig (mehr dazu im übernächsten Absatz). Im finsteren Mittelalter aber war
an den Standard der modernen Zahnmedizin und Zahnkorrektur gar nicht zu denken.
Es wurde nur noch gezogen was das Zeug hält, wobei der Dorfarzt, der Apotheker
oder der Schmied alle ungefähr die gleichen Qualifikationen hatten. Diese
unterschieden sich meist nur im Preis, jedoch nicht in der Behandlung.
Üblicherweise wurde der Patient von kräftigen Männern festgehalten oder mit
Seilen gefesselt. Nach einem Schluck aus der Schnapsflasche wurde daraufhin nicht
nur mit einer Zange gezogen, sondern oder auch schon mal mit dem Holzhammer
zugehauen.

 

 

3) Die zahnlose Heilige

 

 

Nicht nur in vielen polytheistischen Glaubensrichtungen wie dem buddhistischem
Glauben gab es Gottheiten für Zähne. Auch im Christentum gab es beispielsweise
die heilige Apolonia von Alexandria, die vor ihrem Tod auf dem Scheiterhaufen
all ihre Zähne gezogen bekam. Schon vor ihrer Heiligsprechung versprach man
sich von einem Gebet zu ihr eine Befreiung von Schmerzen oder eine
Zahnkorrektur.

 

 

 

Meilensteine der Zahnmedizin

1) Zahnbegradigung nach dem Tod

 

 

 

 

Der erste namentlich bekannte Zahnarzt der Weltgeschichte
soll Hesire im alten Ägypten (etwa 2700 v. Chr.) gewesen sein.
 Einer über 2000 Jahre alten Statue im Vatikanischen Museum kann man
entnehmen, dass er „Oberarzt der Zahnärzte am Hof“ genannt wurde. Die ersten
bekannten Zahnkorrekturen wurden auf Papyri aus dem alten Ägypten bereits ca.
1600 v. Chr. dokumentiert, wobei man davon ausgeht, dass diese sogar nur die
Abschriften eines 1000 Jahre älteren Dokuments waren. Mit Holzschienen und
manueller Zahnkorrektur, mittels der Verwendung von Holzhammer, Brettern, und
Nägeln, wurden zumeist Unterkiefer neu positioniert, um dem Toten ein möglichst
intaktes Gebiss für das Leben nach dem Tod zu ermöglichen. Zwar überrascht es
niemanden, dass diese Art der Zahnkorrektur nicht mit heutigen Methoden der
Kieferorthopädie mithalten kann, dennoch war sie für Ihre Zeit sehr
fortschrittlich. Für Infos zu moderner und bezahlbarer Zahnkorrektur, auf die
man nicht bis nach dem Tod warten muss, klicke hier!

 

 

2) Zahnschienen und Aligner-Therapie

 

 

Die ersten Apparaturen zur Zahnbegradigung wurden
schon im Jahr 1728 von Pierre Fauchard erwähnt. Dabei wurden der zu
positionierende Zahn und die Nachbarzähne mit Drahtelementen oder Seidenfäden
an einem Goldband fixiert. Diese wurde bis heute zwar weiterentwickelt, dennoch
basiert jede heutige Zahnspange noch auf diesem Prinzip aus dem 18. Jahrhundert.

 

 

Die im Vergleich dazu relativ junge Aligner-Therapie oder Zahnschienen-Therapie wurde
allerdings auch bereits 1945 vom Kieferorthopäden Harold D. Kesling erforscht und
erstmalig durchgeführt. Hierbei wird das Behandlungsziel mittels elastischer
Apparaturen erreicht. Natürlich sind wir auch hier heute deutlich weiter.
Mittels moderner Computertechnologie wird der Kiefer eines Patienten digital
analysiert und ein individueller Behandlungsplan erstellt. Dies ermöglicht die
Korrektur von leichteren Zahnfehlstellungen ohne Zahnspange!